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標題:茱莉亞.法蘭克小說午間女人中的記憶 原則-文學作為集體回憶的媒介
學年105
學期2
發表日期2017/05/12
作品名稱茱莉亞.法蘭克小說午間女人中的記憶 原則-文學作為集體回憶的媒介
作品名稱(其他語言)Zum „Prinzip Erinnerung“ in Julia Francks Roman "Die Mittagsfrau" - Literatur als Medium des kollektiven Gedächtnisses
著者林郁嫺 LIN YU-HSIEN
作品所屬單位
出版者
會議名稱2017 International Conference on Tradition and Innovation in Europe and in the European Union 「歐洲與歐盟之傳統與創新」國際學術研討會
會議地點國立政治大學
摘要本文研究內容將一方面討論法蘭克在她文學作品基礎中對20世紀德國歷史記憶文化的想法(特別是作家法蘭克父親孩童時代親身的經歷),另ㄧ方面將從文學批判中探討一種媒介的技術。
2007年,茱莉亞.法蘭克的小說《午間女人》無疑提供了好奇的讀者再次回到德國那個年代: 一方面讀者正如同作家本身作為第三個世代,試著從時間的距離去解釋上一輩和上上一輩所經歷的災難;另一方面也親身體驗小說從一戰到二戰後,跨時代的歷史背景。
然而正因小說逐日產生的想法影響,也讓《午間女人》在2007年獲選為德國年度最佳小說,以及在當代成為記憶小說的指標: 其原因誠如 Corinna Schlicht 及 Eva Marsch 在他們文集《從歷史抽離,而探知生活》所言: 「法蘭克的小說作品,經常產生對現實的脫離,或者說,針對故事角色的聚焦展開了超現實的空間,在這當中能夠進一步來探究想像與真實的關聯。」
就上述的觀點,現在我們能夠將這想法反過來思考,以《午間女人》這個具體的例子來說,我們可以問:文學如何能在記憶文化中產生影響? 就這個疑問的回答,將我的分析根據 Astrid Erll 提出的一種研究概念《文學作為集體回憶的媒介》為基礎。如Astrid Erll 解釋:「文學小說作為集體回憶的媒介無所不在:〈...〉因為他們實現了多樣的記憶文化功能,如小說模式的連接成為所有生活過程的編譯,小說形成對於過往生活世界的想法,包括所有歷史景象的循環,各種記憶衝突的協商,以及反應了關於集體回憶的過程和問題。」
針對這樣的小說分析,在我的方法上第一點會說明個人在社會中如何形成回憶,第二點是觀察特殊社會回憶的反應,最後一點是關於個人與社會,如何成為集體回憶整合,換言之,文學小說本身即是扮演回憶媒體。
這些思考方法最終目的,不僅能成為記憶原則,以及成為記憶文學,也能再次反觀記憶文化。

This paper focuses on the relationship between Franck’s ideas of a culture of remembrance of twentieth-century German history (in particular her father’s childhood experience) as a basis for her presentation of literature on the one hand and media technology of literary criticism on the other hand.
With her 2007 novel The Noonday Witch Julia Franck creates new interest in the German past: First, the reader tries to look him-/herself from Julia Franck’s perspective as the granddaughter at the disasters of the parents and grandparents and to explain them. Second, one tries to embed the whole occurrences in the historical background of the German Empire under Kaiser Wilhelm II, the First World War and the Weimar Republic as well as especially in the Second World War and its consequences.
The Noonday Witch was therefore awarded with the "German Book Prize" on 8 October 2007 in regard to the novels rising ideological implications, so that it has gained popularity as a contemporary literature of remembrance. The reason for this is, as Corinna Plain and Eva March mention in the title of their anthology Von Geschichten, die ausziehen, das Leben zu erkunden (“About stories which take off to explore life”), that Franck's work shows that "novels and stories often seem to be totally removed from [reality] and the focus on the inner world of their characters sometimes opens surreal spaces, which question the relationship between imagination and reality. "
Therefore, one could turn around and ask, how literature – with the example of The Noonday Witch – effects the culture of remembrance. Thus, my analysis follows the literary concept of “literature as a medium of collective memory” by Astrid Erll. As she explains: "Literary texts as a media of collective memory are omnipresent: [...] They fulfil various functions for the culture of remembrance, such as the mediation from schemes to the coding of life courses, the development of ideas about past worlds, the circulation of historical images, the negotiation of remembrance-competitions and the reflection on processes and problems of collective memories. "
My analysis of the novel on the one hand methodically refers to the statement of the individual in society on memory formation, and on the other hand to the observation of specific social memory reflections. Finally it refers to the question of how individuals shape collective memories in a society and how therefore the literary text works as a medium of memory.
I consider these considerations not only as a contribution to the so-called "principle of remembrance" and consequently to the literature of remembrance, but also to the relationship of a culture of remembrance.

Ein achtjähriger Sohn Peter wurde während der Flucht vor der Roten Armee aus Stettin allein auf einem Bahnhof direkt hinter der heutigen Grenze Deutschlands zurückgelassen. Seine Mutter kehrte nie wieder zu ihm zurück. Mit dieser erschütterten Szene beginnt der Prolog von Die Mittagsfrau.
In der Tat handelt es sich hierbei um eine wahre Begebenheit aus dem Leben des Vaters der Autorin: Die Frage danach, was die leiblichen Mutter dazu veranlasst hatte, beschäftigt Julia Franck sehr, so dass sie diese ungeklärte Begebenheit im Roman zum Ausgangspunkt und zur Initialzündung einer fiktiven Erzählung verwendet. Mit ihrem Roman Die Mittagsfrau aus dem Jahr 2007 weckt Julia Franck neues Interesse für die deutsche Vergangenheit: Einerseits versucht man als Leser wie Julia Franck selbst aus der Perspektive der Enkelin mit Abstand auf die Katastrophen der Eltern- und Großelterngeneration zu blicken und diese zu erklären. Andererseits das Ganze in den historischen Hintergrund des Wilhelminischen Kaiserreiches und des Ersten Weltkriegs, der Weimarer Republik sowie vor allem des Zweiten Weltkriegs und dessen Folgen einzubetten.
Im Bezug auf die zunehmenden ideologischen Auswirkungen wurde Die Mittagsfrau am 8. Oktober 2007 mit dem „Deutschen Buchpreis“ ausgezeichnet, wodurch dieser Roman an Popularität als Erinnerungsliteratur der Gegenwart gewonnen hat: Der Grund dafür ist wie Corinna Schlicht und Eva Marsch im Titel ihres Sammelbands Von Geschichten, die ausziehen, das Leben zu erkunden erwähnen, dass Francks Werk zeigt, dass „Romane und Erzählungen oft [der Realität] entrückt wirken und die Fokussierung auf die Innenwelten ihrer Figuren mitunter surreale Räume aufmachen, die das Verhältnis von Imagination und Wirklichkeit hinterfragen.“1
Dadurch könnte man nun doch die Blickrichtung umdrehen und sich fragen, wie Literatur - am konkreten Beispiel des Romans Die Mittagsfrau - in der Erinnerungskultur wirkt. Damit schließt sich meine Analyse an literaturwissenschaftliche Konzepte Literatur als Medium des kollektiven Gedächtnisses von Astrid Erll an. Wie er erklärt: „Literarische Texte sind als Medien des kollektiven Gedächtnisses allgegenwärtig: [...] Sie erfüllen vielfältige

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
1 Corinna Schlicht u. Eva Marsch: Von Geschichten, die ausziehen, das Leben zu erkunden. Einblicke in Julia Francks Erzählwelten. Mit einem Interview mit Julia Franck. Duisburg 2012, S. 7.
erinnerungskulturelle Funktionen, wie die Vermittlung von Schemata zur Kodierung von Lebensverläufen, die Herausbildung von Vorstellungen über vergangene Lebenswelten, die Zirkulation von Geschichtsbildern, die Aushandlung von Erinnerungskonkurrenzen und die Reflexion über Prozesse und Probleme des kollektiven Gedächtnisses.“2
Meine Analyse des zu untersuchenden Romans bezieht sich methodisch zum einen auf die Aussage des Individuum in der Gesellschaft zur Gedächtnisbildung, zum anderen auf die Beobachtung spezifischer gesellschaftlicher Gedächtnisreflexion und schließlich auf die Frage, wie Individuen in einer Gesellschaft das kollektive Gedächtnisse formen und somit der literarische Text als Gedächtnismedium funktioniert.
Diese Überlegungen verstehen sich nicht nur als ein Beitrag zum genannten „Prinzip der Erinnerung“ und mithin zur Erinnerungsliteratur, sondern auch zum Verhältnis von Erinnerungskultur.
關鍵字記憶文化;德國歷史;文學;媒介技術 (culture of remembrance; German history; literature; media technology)
語言德文
收錄於
會議性質國際
校內研討會地點
研討會時間20170512~20170512
通訊作者
國別中華民國
公開徵稿
出版型式
出處歐洲與歐盟之傳統與創新國際學術研討會
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